Sitzgruppe richtig stellen: Sofa, Sessel und Tisch anordnen
Sofa, Sessel und Tisch wirken oft beliebig zusammengeschoben, obwohl die Möbelstücke einzeln gut gewählt sind. Das Problem liegt selten an der Möblierung selbst, sondern an der Anordnung. Wer die Sitzgruppe neu stellt, sollte zuerst den Teppich als Maßstab nehmen: Er gibt vor, wie viel Raum die Sitzfläche tatsächlich einnimmt und wo die Möbel Grenzen setzen. Ein zu kleiner Teppich lässt jeden Aufbau provisorisch wirken, ein zu großer lässt das Zimmer schrumpfen. Deshalb lohnt es sich, vor dem Rücken der Möbel die Teppichmaße zu prüfen und die perfekte Teppichgröße als Grundlage für die gesamte Aufstellung zu verwenden. Erst danach werden Sofa und Sessel positioniert, nicht umgekehrt.
Die klassische Anordnung beginnt mit dem Sofa an der längsten Wand oder frei im Raum, je nach Grundriss. Der Sessel kommt im rechten Winkel dazu, nicht direkt gegenüber, sonst entsteht eine Wartezimmer-Atmosphäre. Zwischen Sofa und Sessel bleibt ein Durchgang von mindestens sechzig Zentimetern, damit man sich bewegen kann, ohne an Tischkanten zu stoßen. Der Couchtisch steht auf dem Teppich, nicht an dessen Rand, und zwar so, dass die Sitzenden ihn bequem erreichen. Als Faustregel gilt: Die Vorderbeine von Sofa und Sessel sollten auf dem Teppich stehen, die Hinterbeine dürfen auf dem Boden bleiben. So verbindet der Teppich die Möbel zu einer Einheit, statt sie zu trennen.
Bei offenen Grundrissen ist die Sitzgruppe häufig der einzige Ruhepol zwischen Küche und Essbereich. Hier hilft es, die Rückenlehne des Sofas als sichtbare Grenze zu nutzen und den Teppich genau bis dorthin zu führen. Ein rechteckiger Teppich unterstützt eine strengere Aufstellung, ein runder mildert Ecken und eignet sich für kleinere Flächen. Wer Kinder oder Haustiere hat, sollte zudem auf die Pflegeeigenschaften des Materials achten, denn helle, empfindliche Teppiche verzeihen keinen Alltag. Ein Blick auf die Nutzung im Alltag verhindert, dass die schönste Anordnung nach wenigen Wochen aufgegeben wird.
Am Ende entscheidet nicht der Katalog, sondern der Laufweg. Wer vom Sofa zum Fenster, zur Tür oder zum Regal ohne Umwege gelangt, hat die Sitzgruppe richtig gestellt. Ein kurzer Test mit Kreppband auf dem Boden zeigt vor dem Umstellen, ob die Proportionen stimmen. Wer Teppich, Sofa, Sessel und Tisch in diesem Verhältnis aufeinander abstimmt, braucht keine weiteren Dekorationstricks. Die Ordnung entsteht aus den Abständen, nicht aus den Accessoires.