Feuchtigkeit in Schränken messen und richtig bewerten
Feuchtigkeit in Schränken und Schubladen ist ein unterschätztes Problem. Sie entsteht nicht nur in Keller oder Badezimmer, sondern auch in Küchenschränken, Kleiderschränken und Kommoden. Wer die Werte nicht kennt, merkt oft erst spät, dass Kleidung muffig riecht, Holz quillt oder Schimmel sich bildet. Eine regelmäßige Messung hilft, Schäden früh zu erkennen und gegenzusteuern.
Zur Messung eignen sich mehrere Methoden. Ein einfaches analoges Hygrometer zeigt die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent an und kostet wenig. Digitale Messgeräte liefern genauere Werte und oft auch die Temperatur. Für schwer zugängliche Ecken bieten sich Datenlogger an, die über Tage oder Wochen aufzeichnen. Wer nur eine Momentaufnahme braucht, kann ein Feuchtemessgerät mit Nadeln direkt ins Holz drücken. Wichtig ist, an mehreren Stellen zu messen: oben, unten, in der Mitte und in Bodennähe, denn Feuchtigkeit verteilt sich nicht gleichmäßig. Auch die Temperatur spielt eine Rolle, da warme Luft mehr Wasser aufnehmen kann als kalte.
Typische Werte liegen in Innenräumen zwischen 40 und 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. In Schränken sollte man 60 Prozent nicht dauerhaft überschreiten. Werte über 65 Prozent begünstigen Schimmelwachstum, besonders bei niedrigen Temperaturen an Außenwänden. Unter 35 Prozent ist die Luft zu trocken, was Holz austrocknen und Risse verursachen kann. Handlungsbedarf besteht, wenn die Feuchtigkeit über mehrere Tage über 65 Prozent liegt, wenn sich Kondenswasser an der Rückwand bildet oder wenn Textilien feucht und kalt wirken. Dann helfen Lüften, Abstand zur Wand und – bei hartnäckigen Fällen – Möbel, die Luft entfeuchten und Gerüche bändigen, etwa mit regenerierbaren Zeolith-Modulen. Diese passen in Schränke, Küchen und Bäder und arbeiten ohne Strom.
Wer regelmäßig misst, erkennt Trends früh. Ein Blick auf das Hygrometer einmal pro Woche reicht oft aus. Bei auffälligen Werten sollte man die Ursache suchen: undichte Stellen, feuchte Wände, falsches Lüften oder zu dichte Möbel. Erst dann lässt sich gezielt handeln. Messen ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage für trockene, geruchsfreie Schränke und langlebige Möbel.